Spiel_und_Tool_Dynamis.png03.12.2019/JF/JT Auf große Resonanz stieß die Initiative über "Gemeindeberatung mit Herz und Köpfchen" nachzudenken in Herford beim letzten Landesverbandsrat. Jetzt hat der stellvertretende Landesverbandsleiter ein Seminartool und Spiel dazu herausgebracht, mit dem sich spielerisch die Grundlagen der "Natürlichen Gemeindeentwicklung" (nach Christian A. Schwarz) lernen lassen.
„Nach dem Gottesdienst gibt es oft ein gemeinsames Mittagessen, denn Liebe geht durch den Magen. – Es kommen sieben neue Gäste in den Gottesdienst.“ „Bei uns gibt es Kleingruppen für Alte und Junge, Frauen und Männer, zum Mitarbeiten und zum Entspannen. So findet jeder eine Gruppe, die zu ihm passt. – Zehn Gäste schließen sich zu einer Kleingruppe zusammen.“ „Wenn ein Mitarbeiter einen Fehler macht, dann wird darüber gesprochen - aber immer in einem Klima der Liebe und Akzeptanz. - Fünf Gäste wollen sich ehrenamtlich in der Gemeinde einsetzen.“


Was wie ein Bericht aus einer Traumgemeinde klingt, ist eine typische Spielrunde aus „Dynamis – dem Spiel um Gott und lebendige Gemeinde“, das am 15. November erscheint. Dynamis ist Gesellschaftsspiel, Thema für eine Kleingruppe und Seminartool in einem.
Als Gesellschaftsspiel ist es für 3-12 Mitspieler ab zwölf Jahren geeignet, die eine von acht verschiedenen Kirchgemeinden darstellen: vom katholischen Dom über die klassische Freikirche bis zur „Event-Kirche“. Auf vier verschiedenen Spielbrettern und mit 210 verschiedenen Aktionskarten versucht jeder, mit Glück und Strategie die lebendigste Gemeinde zu entwickeln. Um zu gewinnen, gibt es dabei verschiedene Wege: entweder steigert man alle inneren Werte der eigenen Gemeinde. Oder man verdoppelt die Gottesdienstbesucher von anfangs 75 auf 150. Und weil es im Spiel um den dreieinigen Gott geht, gibt es auch noch einen dritten Weg zu gewinnen – aber der ist ein Geheimnis und kann nur im Spiel erlebt werden. IMG_9993b.jpg
Von der Komplexität her ist Dynamis mit „Siedler von Catan“ zu vergleichen – wer mit „Siedler“ gut klarkommt, wird auch an Dynamis seinen Spaß haben. In der Spieleentwicklung gab hier es aber eine gewisse Herausforderung; denn in die Gemeinde gehen Menschen normalerweise wegen Jesus und der Gemeinschaft. So können sich bei Dynamis „Fast-nie-Spieler“, Gelegenheitsspieler und leidenschaftliche Strategen begegnen. Die Lösung hierfür ist, dass es auf ganz verschiedenen Levels spielbar ist: für Gelegenheitsspieler gibt es einen einfachen Spieleinstieg im „Basismodus“ und den „Gemeindemodus“. Für Leute, die häufig spielen den „Expertenmodus“, bei dem man auch nach der fünften Partie noch neue Varianten entdeckt.
Wie bei den meisten Spielen geht es auch in Dynamis darum, zu gewinnen. Wetteifern macht Spaß; wenn man mehr Spaß hat, spielt man öfter und lernt dadurch nebenbei auch mehr über die Gemeindeentwicklung. Doch für alle, denen der Wettbewerb gar nicht liegt, gibt es den „Kooperationsmodus“. Hier spielen alle Gemeinden gemeinsam und sorgen miteinander für ein gesundes Klima in ihrer Stadt. Und wer nun gar kein Spielefan ist und trotzdem mit dabei sein will, kann Dynamis auch in Teams von bis zu drei Leuten spielen. Die erfahrensten Spieler sind dabei quasi die „Hauptpastoren“, die anderen beiden sind mit dabei und haben ihren Spaß.
Das macht Dynamis auch in Gemeindegruppen gut einsetzbar. Ob in Hauskreisen, in Jugendgruppen, Gemeindeunterricht (oder auch im Konfirmanden- oder Firmunterricht). Hier kann Dynamis in eine Themenreihe eingebunden werden. Beim ersten Treffen tauscht man sich darüber aus, wie man Gemeinde erlebt und was wir dazu in der Bibel finden. Zum zweiten Treffen sollten sich alle die Erklärvideos auf der Homepage anschauen und einer macht sich mit den Spielregeln vertraut, um sie den anderen erklären zu können. Dann spielt man eine Runde – und überträgt es beim dritten Treffen auf die eigene reale Gemeindesituation.
Denn im Herzen ist Dynamis ein Seminartool, um besser zu verstehen: „Welche Kräfte und Ansätze hat Gott selber eigentlich in seiner Gemeinde hinein gelegt?“ In Dynamis sind es acht Bereiche: Evangelisation und Gottesdienst, Leitung und Liebe, Kleingruppen und Mitarbeit, Spiritualität und Strukturen. Der theologische Ansatz darin ist die „Natürliche Gemeindeentwicklung“ (NGE) von Christian A. Schwarz. Sie besagt, dass diese acht Bereiche überall auf der Welt für Gottes Gemeinde grundlegend sind, unabhängig von Kultur oder Sprache, Wohlstand oder Religionsfreiheit, theologischer Ausrichtung oder Konfession. Und es kommt nicht auf einen Wert alleine an, sondern wie sie insgesamt entwickelt und miteinander verbunden sind.
Als Pastor möchte ich natürlich, dass Menschen Gottes Wesen kennen lernen; im Alltag in seinem Segen leben – und verstehen, welche Vorstellungen Gott für seine Gemeinde hat.
Viel zu oft sehen wir nur einen bestimmten Grund für eine gute Entwicklung (der kraftvolle Lobpreis, die starke Leitung, die richtige Lehre, erfahrbare Liebe… ). Das alles ist unverzichtbar, aber keins davon alleine reicht aus. Der einzige Grund für die Gemeinde ist Jesus, und der hat seiner Gemeinde nun mal einige unterschiedliche Stärken gegeben.
Allzu oft herrscht aber auch Ratlosigkeit: „Wie sich Gemeinde gut entwickelt? Nun - an irgendwas wird es schon liegen… .“
Mit ihren acht Qualitätsmerkmalen macht die NGE Gemeindeentwicklung begreifbar. Der Ansatz ist biblisch begründet und mit über 70.000 Gemeindeuntersuchungen weltweit belegt.
Bei Dynamis wird er auf spielerische Weise erfahrbar. Schon nach der ersten Partie haben die Teilnehmer die Grundzüge der NGE verstanden und können gemeinsam überlegen, welche besonderen Stärken Gott ihrer Ortsgemeinde gegeben hat und was besonders entwickelt werden sollte. Die Aktionskarten im Spiel geben hier viele weitere Anregungen.
Und wenn viele Gemeindebesucher die Stärken und Schwächen ihrer eigenen Gemeinde erkennen, können sie Entwicklungen oder Entscheidungen der Gemeindeleitung besser nachvollziehen und mitgestalten.
Dynamis - Gemeinde Entwicklung, die Spaß macht!
Mehr Informationen und Bestellmöglichkeiten gibt es auf www.dynamis-kooperation.de und www.facebook.com/dynamisspiel.
Johannes Fähndrich ist Pastor in der Christus Gemeinde Wolfenbüttel und stellvertretender Leiter im Landesverband NOSA im BefG.