Bild Wasbüttel KartonsFoto: Privat, Kartons im Foyer der Wasbütteler Friedenskirche21.11.2019/JT Die Gemeinde Wasbüttel mit Pastor Valery Netzer vernetzt sich mit der Dorfgemeinschaft, sammelt Hilfsgüter, feiert den Mauerfall vor 30 Jahren mit einem Friedensbrief und sendet Hilfsgüter nach Osteuropa.

Die Allerzeitung berichtet am 18.11.2019 (in Auszügen), dass "fünf Gemeindemitglieder bei der Pilgerwanderung entlang der ehemaligen Zonengrenze von Parsau bis Oebisfelde dabei waren. Es gab einen Festgottesdienst in Wasbüttel unter dem Titel „Gott sei Dank!“, bei dem Gemeindemitglieder berichtet haben, wie sie persönlich den Mauerfall erlebt haben.

Und Pastor Valery Netzer und Wasbüttels Bürgermeister Hartmut Jonas haben eine Friedensbotschaft in Englisch und Russisch über die Botschaften an verschiedene Regierungen geschickt.



Darin heißt es zunächst mit Verweis auf den Mauerfall: „Für dieses großartige Ereignis der Einheit sind wir Deutsche in diesen Tagen Gott und Menschen sehr dankbar.“ Sie verweisen auf die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Geflüchtete aus Osteuropa nach Wasbüttel kamen und dort eine neue Heimat fanden. Es sei dem Dorf gut gelungen, sich füreinander zu öffnen, sich anzunehmen und miteinander zu teilen. Das setze sich bis heute fort, „denn auch einige Menschen, die seit 2015 unfreiwillig ihre Heimat verlassen mussten, haben nun bei uns im Dorf eine Zuflucht gefunden und fühlen sich angenommen.“1.3.jpg
Und dann richten Jonas und Netzer jeweils persönliche Botschaften an die Regierungsoberhäupter. So formulieren sie im Brief an US-Präsident Donald Trump ihre Besorgnis über die Mauer zwischen USA und Mexiko und bitten um weitere Verhandlungen mit Kim Jon-un, dem Präsidenten von Nordkorea. „Ihr bisheriges Engagement in dieser Angelegenheit ist lobenswert und könnte vielleicht eines Tages in der Einheit des koreanischen Volkes münden. Dazu möchten wir Sie als ein wiedervereintes Volk ausdrücklich ermutigen.“ Umgekehrt bitten sie Kim Jong-un, sich für eine Wiedervereinigung des koreanischen Volkes einzusetzen. In Richtung Boris Johnson (Großbritannien) heißt es: „Wir bitten Sie, Ihre Brexit-Strategien zu überdenken und alles dafür zu tun, dass es zu keinen Menschen trennenden ... Entwicklungen außerhalb und innerhalb von Großbritannien kommt.“ An den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan schreiben sie ihre Sorge bezüglich dessen Syrien-Politik und den diskriminierenden Umgang mit den Kurden, und an den russischen Präsidenten Wladimir Putin richten sie den Appell, über Ukraine-Politik und die einseitigen geostrategischen Aktivitäten im Syrienkrieg nachzudenken.

Gleichzeitig schickt die Gemeinde einen LKW mit Hilfsgütern nach Osteuropa

Seit vielen Jahren sammelt die wasbütteler Friedenskirche bereits gebrauchte Kleidung und andere Sachspenden für Osteuropa. In diesem Jahr erstmalig mit der Beteiligung der Dorfgemeinschaft. Immer wieder wurde Pastor Netzer von einzelnen Wasbüttelern angesprochen, ob es Möglichkeiten gäbe, Kleidung zu spenden, die direkt bei Bedürftigen Menschen ankommt. So wandte er sich im Frühjahr mit der Idee für eine dorfweite Aktion an den Bürgermeister Hartmut Jonas und stieß auf seine volle Zustimmung und Unterstützung.1.jpg

Frühzeitig wurden Informationen zum Termin, zur Art und Verpackungsweise der Sachspenden veröffentlicht und Verpackungskartons verteilt. Und dann kam die Abgabezeit. Vom 04. bis 08. November konnten Bürger ihre Sachspenden entweder vormittags im Gemeindebüro in der Alten Schule oder nachmittags in der Friedenskirche abliefern. Am Freitagabend, dem 08. November wurden dann die Sachen sortiert und für den Transport verpackt. Über 20 Personen waren aus dem Dorf und der Freikirche gemeinsam im Einsatz und haben in nur 2,5 Stunden eine Menge Arbeit geleistet. Das ließ sich bei dem anschließenden Imbiss gut feiern. Am Samstagmorgen wurden die „Berge von Kartons“ durch andere fleißigen Helfer in nur 0,5 Stunden in einen 7,5-Tonen-LKW verladen und auf den Weg zum Zentrallager der Bibelmission in NRW gebracht. Von dort werden sie zusammen mit den gesammelten Spenden aus anderen Gemeinden noch vor Weihnachten per Konvoi nach Rumänien, Moldawien und Ukraine gefahren. Dort werden die Sachen in Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden vor Ort persönlich an Menschen verteilt, die in Armut leben, die von Katastrophen und Konflikten betroffen sind, ihr Zuhause verloren haben, an Kinder aus armen Familien, an ältere Personen – sie alle brauchen Hilfe, um die Not zu überstehen. „Was wir von unserem Wohlstand abgeben, kann anderen Menschen im wahrsten Sinn des Wortes die Existenz retten“ meint Pastor Netzer und bedankt sich bei allen Bürgern, der Gemeindeverwaltung und seiner Kirche für die hervorragende Zusammenarbeit.