DSC 7835Foto: J. Tischler, Springe

08.11.2018/JT Ca. 140 Gäste zeigen in der Kreuzkirche Springe am 06. November reges Interesse am Vortrag von Johannes Gerloff aus Jerusalem. Er bezeichnetet Israel als "Insel des Friedens" und einen "Modellfall für erfolgreich gelebte Koexistenz und Religionsfreiheit".

Johannes Gerloff lebt seit 1994 mit seiner Familie als Theologe und Journalist in Jerusalem. Aus seinen vielen Begegnungen als Nahostkorrespondent mit Vertretern aller Religionen und Bevölkerungsgruppen belegte er mit Beispielen und Vergleichen seine Aussagen.

Ohne den jüdisch-arabischen Konflikt damit zu relativieren, stellte er ihn in den Rahmen anderer vergangener und gegenwärtiger Konflikte. Er beleuchtete auch die Vielschichtigkeit der Interessengruppen sowie die Komplexität und z.T. Wiedersprüchlichkeit der Wahrnehmungen und Fakten. Er rief dazu auf, noch viel genauer hinzusehen und scheinbar unantastbare "Tatsachen" auch zu hinterfragen. Im Hinblick auf die Europäer mahnte er, dass Europa und der Westen in der Vergangenheit immer versucht hätten, dem Nahen Osten ihre Ideen "aufzudrücken". An der Realität vor Ort sei dabei das meiste vorbeigegangen und auch gescheitert. Gerloff lud zum Widerspruch und Dialog ein und überzeugte dabei durch die fundierten Sachinformationen, die zum Nachdenken anregten. Nur wer seine Meinung auch im interreligiösen Dialog klar vertreten könne, würde akzeptiert und respektiert. Genauso engagiert wie der Referent waren auch die Rückfragen aus dem Publikum, z.B. zur Siedlungspolitik oder zu politischen Repressalien. Die Zuhörer hatten zum Teil weite Reisewege auf sich genommen, um bei diesem Vortrag dabei zu sein. Der Vortrag selbst ist auf der Webseite der Kreuzkirche Springe nachzuhören. 673 € legten die Teilnehmer am Ende des Abends für die Fernseharbeit "Fokus Jerusalem" des Vereins Medienförderung Schalom Israel e.V. zusammen. Das Fernsehmagazin ist zu finden unter www.fokus-jerusalem.tv.